Sparen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung)

In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung haben Sie zahlreiche Möglichkeiten, Prämien zu sparen. Wir erklären Ihnen im Folgenden, wie dies funktioniert. Vorlagen zur Unterstützung des Briefverkehrs mit Ihrer Krankenversicherung finden Sie unter Downloads, Musterbriefe.

Sparen mit der Wahlfranchise?

Die Versicherten haben sich an den Kosten der für sie erbrachten Leistungen zu beteiligen. Diese Kostenbeteiligung besteht einerseits aus einem festen Jahresbetrag (Franchise) und andererseits aus 10 % der die Franchise übersteigenden Kosten (Selbstbehalt).

Die ordentliche Franchise beträgt für Erwachsene ab 18 Jahren 300 Franken pro Jahr (Kinder 0 Franken). Die Versicherten können eine höhere Franchise wählen und zahlen dafür tiefere Prämien.

Die Kassen können folgende Franchisenstufen anbieten:

  • Erwachsene (ab 18 Jahren): 500, 1000, 1500, 2000, 2500 Franken
  • Kinder: 100, 200, 300, 400, 500, 600 Franken

Der Selbstbehalt beträgt 10 % der die Franchise übersteigenden Kosten, ausgenommen für die Originalpräparate, die durch Generika austauschbar sind (20 %). Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Apotheke gibt Ihnen diesbezüglich Auskunft. Grundsätzlich beläuft sich der Selbstbehalt maximal auf 700 Franken pro Jahr (Kinder 350 Franken).

Sind mehrere Kinder einer Familie beim gleichen Versicherer versichert, so beträgt die Kostenbeteiligung höchstens die Franchise und den Höchstbetrag des Selbstbehaltes für eine erwachsene Person. Bei wählbaren Franchisen darf die Beteiligung das Zweifache des Höchstbetrages je Kind (wählbare Franchise und Selbstbehalt) nicht übersteigen.

Der Spitalbeitrag beträgt 15 Franken pro Spitaltag (seit dem 1. Januar 2022 ohne Austrittstag). Keinen Beitrag zu entrichten haben Kinder bis 18 Jahre, junge Erwachsene bis 25 Jahre, die in Ausbildung sind, und Frauen für Leistungen bei Mutterschaft.

Sparen dank Einschränkung der Arzt- und Spitalwahl?

Mit HMO

Bei einer HMO handelt es sich um eine Organisation von ÄrztInnen, die sich in einer Gruppenpraxis (HMO = Health Maintenance Organization) organisieren. Bei diesem Modell suchen Sie immer zuerst Ihre Ärztin oder Ihren Arzt in der HMO-Praxis auf. Falls nötig, werden Sie von dort an SpezialistInnen (wo vorhanden innerhalb der HMO-Praxis, ansonsten ausserhalb) weiter verwiesen. Im HMO-Zentrum sind neben AllgemeinpraktikerInnen teilweise auch FachärztInnen sowie TherapeutInnen diverser Fachrichtungen tätig.

Mit dem Hausarztmodell

Ein Hausarztnetzwerk ist ein regionaler Zusammenschluss von frei praktizierenden AllgemeinpraktikerInnen. Als Versicherte/-r können Sie einen dieser Ärzte als Hausarzt oder Hausärztin wählen und verzichten damit auf die freie Arztwahl.

Sie verpflichten sich, immer zuerst Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin zu konsultieren. Diese/r ist erste/r Ansprechpartner/in und Koordinator/in für alle medizinischen Belange (ausser in Notfällen) und entscheidet, ob sie/er die Behandlung selbst durchführen kann oder ob der Zuzug eines Spezialarztes oder einer Spezialärztin nötig ist.

Mit vorgängiger telefonischer Beratung

Neben den Modellen mit eingeschränkter Arztwahl (HMO oder Hausarzt) bieten verschiedene Versicherer Modelle an, welche vor jedem Arztbesuch eine telefonische medizinische Beratung vorsehen. Diese Einschränkung erlaubt Ihnen ebenfalls, Prämien zu sparen. Erkundigen Sie sich bei den Versicherern, welche solche Modelle anbieten. Weitere Informationen finden Sie unter den Versicherungsmodellen.

Ausschluss der Unfallversicherung bei Erwerbstätigkeit

Das Unfallversicherungsgesetz sieht vor, dass Ihre Arbeitgeberin Sie gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, wenn Sie mindestens acht Stunden wöchentlich erwerbstätig sind. Wenn Sie Ihrer Kasse eine schriftliche Bestätigung Ihrer Arbeitgeberin einreichen, dass Sie gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert sind, wird Ihre Kasse die Unfalldeckung ausschliessen. Die Versicherung gewährt Ihnen ab dem auf Ihren Brief folgenden Monat einen Prämienrabatt.

Sistierung bei Dienstpflicht

Wenn Sie während mehr als 60 aufeinander folgenden Tagen Militär-, Zivil-, oder Zivilschutzdienst leisten, können Sie die obligatorische Krankenpflegeversicherung sistieren, weil Sie während dieser Zeit durch die Militärversicherung versichert sind. Die für den Dienst zuständigen Behörden informieren die dienstleistenden Personen über das Verfahren.

Sparen durch Wechseln des Versicherers

Auf der Grundversicherung Seite können Sie mehr darüber erfahren.

Prämienverbilligung durch die kantonalen Stellen

Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen können bei der zuständigen kantonalen Stelle eine Verbilligung beantragen. Auf der dedizierten Prämienverbilligung Seite können Sie mehr darüber erfahren.

Haben Sie Fragen?

Hier finden Sie Fragen und Antworten sowie weitere Kontaktmöglichkeiten: FAQ


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Krankenversicherung: Starker Kostenanstieg führt zu höheren Prämien im Jahr 2023 PDF-Dokument