Ausgleich von zu hohen Prämieneinnahmen und freiwilliger Reserveabbau

Ausgleich von zu hohen Prämieneinnahmen

In Artikel 17 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, KVAGSR 832.12) ist der Ausgleich von zu hohen Prämieneinnahmen geregelt. Der Versicherer kann einen Prämienausgleich beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) beantragen, wenn die Prämieneinnahmen des Versicherers in einem Kanton in einem Jahr deutlich über den kumulierten Kosten in diesem Kanton lagen.

Für das Geschäftsjahr 2020 wurden vom BAG Ausgleichszahlungen in der Höhe von CHF 134 Millionen bewilligt. Die betroffenen versicherten Personen erhalten die jeweiligen Rückvergütungsbeträge noch im Jahr 2021 ausbezahlt.

Details finden Sie unter: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/versicherungen/krankenversicherung/krankenversicherung-versicherte-mit-wohnsitz-in-der-schweiz/praemien-kostenbeteiligung/praemienvergleich.html

Freiwilliger Reserveabbau

Gemäss Artikel 26 Absatz 1 der Verordnung betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (KVAV) können die Versicherer ihre Reserven abbauen, wenn diese übermässig zu werden drohen. Der Abbau von Reserven ist für die Versicherer freiwillig. Er unterliegt jedoch der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, also des BAG.

Der Bundesrat hat im April 2021 eine Revision der KVAV verabschiedet, um die Voraussetzungen zu erleichtern, unter denen ein Versicherer seine Reserven abbauen kann. Bisher mussten die Versicherer über Reserven verfügen, die in jedem Fall mehr als 150 % der von der Verordnung vorgegebenen Mindesthöhe betragen. Nun wurde dieser Grenzwert auf 100 % der Mindesthöhe gesetzt.

Der Abbau der Reserven erfolgt über einen Ausgleichsbetrag, der nach einem angemessenen Schlüssel auf die Versicherten im örtlichen Tätigkeitsbereich verteilt werden muss. Der Ausgleichsbetrag wird vom Versicherer von der genehmigten Prämie abgezogen und auf der Prämienrechnung gesondert ausgewiesen (Art. 26 Abs. 4 KVAV).

Das BAG hat 2021 einen freiwilligen Reserveabbau von 14 Versicherern genehmigt, die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt sind. Die geschätzten Ausgleichsbeträge für die Prämien des Jahres 2022 betragen insgesamt 379,6 Millionen Franken und setzen sich wie folgt zusammen:

Betrag pro Monat und versicherte Person in CHF
Kinder bis 18 Jahre Junge Erwachsene von 19-25 Jahren Erwachsene ab 26 Jahren Geschätzter Gesamtbetrag in Mio. CHF
AMB Assurances SA 10.0 16.0 20.0 1.6
Arcosana AG 1.5 3.5 4.7 30.0
Avenir Assurance Maladie SA 5.0 8.0 10.0 19.0
CMVEO 9.0 22.0 34.0 1.4
CONCORDIA Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG 3.3 8.3 12.5 73.0
CSS Kranken-Versicherung AG 2.0 5.0 6.8 60.0
Easy Sana Assurance Maladie SA 5.0 8.0 10.0 16.4
Helsana Versicherungen AG 1.5 3.5 5.0 76.0
Mutuel Assurance Maladie SA 5.0 8.0 10.0 34.3
Philos Assurance Maladie SA 5.0 8.0 10.0 22.0
sana24 AG 0.2 0.5 1.0 0.7
Supra-1846 SA 10.0 16.0 20.0 19.6
Visana AG 1.0 2.0 6.0 25.0
vivacare AG 0.2 0.5 1.0 0.6
379.6

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